Der Dokumentarfilm „Der lange Februar“ lässt Menschen zu Wort kommen, die die russische Besatzung von Butscha selbst erlebt haben. Ihre persönlichen Berichte geben Einblicke in die Ereignisse während der Besatzung und zeigen, welche Spuren die Gewalt bei den Menschen vor Ort hinterlassen hat.
Nach einer Vorführung im Kino Traumstern hatten wir gemeinsam mit Maistryni Gießen die Gelegenheit, mit Regisseur Michael Stadnik über seinen Film, die Entstehung und die Bedeutung seiner Arbeit zu sprechen.
„Der lange Februar“ ist mehr als ein Film über ein einzelnes Ereignis. Er dokumentiert die Erfahrungen der Menschen, die die Besatzung unmittelbar erlebt haben, und gibt ihnen eine Stimme. Gerade deshalb ist es wichtig, diese Geschichten festzuhalten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Erinnern gegen das Vergessen
Die Ereignisse in Butscha im Frühjahr 2022 sind vielfach dokumentiert. Dennoch werden die dort begangenen Verbrechen bis heute von einzelnen Kanälen und Akteuren geleugnet, relativiert oder als angebliche Propaganda dargestellt.
Umso wichtiger sind unabhängige Dokumentationen und die Berichte der Menschen, die selbst vor Ort waren. Sie tragen dazu bei, Erinnerungen und persönliche Erfahrungen zu bewahren – auch für eine Zeit, in der die unmittelbaren Zeugnisse des Krieges irgendwann nicht mehr aus erster Hand erzählt werden können.
„Der lange Februar“ ist damit ein wichtiges Zeitdokument. Ein Film, der nicht nur zurückblickt, sondern daran erinnert, warum es wichtig ist, hinzusehen, zuzuhören und die Erfahrungen der Betroffenen nicht dem Vergessen oder der Verfälschung zu überlassen.
Danke, Michael, für diesen wichtigen Film und dafür, dass wir die Gelegenheit hatten, dich persönlich kennenzulernen und uns mit dir auszutauschen.
Weitere Infos und Aufführungstermine unter https://michael-stadnik.de/langer-februar/


